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Skijak - Ein Sport abseits von Masse und Trend
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Skijak - Ein Sport abseits von Masse und Trend
Harald Strohmeier
Moderne Skijak-Ära
Was ist Skijak?
Murbefahrung - Geburt einer Tradition
1. ASK-Sommerausflug Obervellach
Wenn der Vater mit den Söhnen ....
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ALTER MENSCHHEITSTRAUM - MODERNER FREIZEITSPASS

Wer kann sich vorstellen, wirklich übers Wasser zu gehen...?

Es ist schon etwas Faszinierendes an diesem Mythos, sich stehend auf dem Wasser fortzubewegen.

Und die Steiermark gilt als Heimat einer der attraktivsten Wassersportarten, die diesem Mythos sehr, sehr nahe kommt -  dem SKIJAK - Sport!

 

>>>  Aktuelles Klubgeschehen

Entstehung des Skijaksports

Österreichs Wassersport hat 1995 einen seiner kreativsten und genialsten Köpfe verloren: Wenige Wochen vor Vollendung seines 83. Lebensjahres verstarb in Kapfenberg Dipl. Ing. Harald Strohmeier. Sein Vermächtnis an die Nachwelt war die Erfindung des "Wassergleitschuhs" - heute auf vielen Flüssen im In- und Ausland bekannt als "Skijaks".

Harald Strohmeier mit seinen ersten Konstruktionen Anfang der 1930-er-Jahre und bei ersten Befahrungen der Mürz (Fotos oben) und in den 1960-er-Jahren auf der Isel (unten)

"Greane Hosn, rote Bandl - und mei Dirndl heißt Mariandl ...!" Uns hallt es heute noch in den Ohren wie damals am Lagerfeuer, als wir Stunden zuvor zum ersten Mal - mehr oder weniger aufrecht - die Salza bezwungen hatten. Natürlich mit "Skijaks" - jenen "Skiern, die angeblich schwimmen konnten..."!

Das Trofaiacher Studententeam bei der Ärmelkanalregatta 1983: (v.l.) Heinz Kaltenegger, Werner Laure, Manfred Nahold, Fritz Weilharter, Robert Koch

"Damals" - ja das ist jetzt etwa 35 Jahre her, als unsere Gruppe von Sportstudenten der Grazer Uni diesen einzigartigen und zugleich phantastisch-skurrilen Menschen Harald Strohmeier kennen lernen durfte. Ein Träumer und Praktiker zugleich, ein begnadeter Erfinder und Konstrukteur ebenso wie ein Abenteurer und Erzähler. Unvergesslich werden für uns stets die Schilderungen seiner Befahrungen und Touren sein, wahre Abenteuer zu Zeiten, wo Mobilität, technischer Entwicklungsstand und "Modesportarten" noch nicht an der "Tagesordnung" standen.

 


 

Harald Strohmeier

Bereits 1928 begann der damals 16-jährige Mittelschüler Harald mit dem Bau seines ersten Segelbootes am neu errichteten Stausee Pernegg und 1930 konstruierte er erstmals ca. 2,8 m lange "Wasserski" aus Holzgerüst und mit imprägniertem Stoff überzogen. Seine ersten Versuche im Kapfenberger Bad endeten mit Schimpf und Schande, denn die sich ablösende Farbe sorgte für beträchtliche Verschmutzung des Badewassers und einer notgedrungenen Verbannung auf die neben dem Bad vorbei fließende Mürz.

Mit Start seines Studiums an der Montanistischen Hochschule in Leoben begann auch die kontinuierliche Fortentwicklung seines Hobbys und die Verlegung seines Haupttrainingsortes in die Floßgasse des Murwehres in Leoben.

Harald Strohmeier in den 30-er-Jahren auf der Wehr Leoben und beim Zusammenbau seiner Skijaks auf der Traun

Von 1934 an begannen seine großen Flusswanderungen vor allem auf Donau, Enns und Traun sowie die ersten Wildwasserversuche auf der Enns bei Großreifling. Ermöglicht wurde dies auch durch die Herstellung der ersten Aluminiumski, die in 3 Teile zerlegbar und am Rücken transportierbar waren.

1936 schritt Strohmeier nach ausgiebiger Vorbereitung zur Tat: Am Patentamt in Wien erhielt er für seine Konstruktion das Patent auf "aus einzelnen geschlossenen Metallkörpern zusammengesetzter Wassergleitschuh". 1938 vollendete er sein Studium für Hüttenwesen und die folgenden Jahre des Krieges brachten eine schwere Verwundung, ein Jahr Lazarett und die Wehrunfähigkeit mit sich.

1945 erging vom Oberkommando des Heeres in Berlin der Auftrag an Strohmeier zum Bau von 1000 Paar "Sumpfwasserski", doch das Ende des Weltkriegs verhinderte diese erste "Massenproduktion". Von den hundert Skiern, die bereits im Testeinsatz waren, sind nur noch zwei Paar erhalten und im Skimuseum Mürzzuschlag zu besichtigen1948 befuhr Strohmeier erstmals die Salza, dafür gleich von Gußwerk bis zur Mündung in die Enns. Da dies anlässlich des traditionellen Pfingstpaddlertreffens der "Naturfreunde" geschah, sorgte er für viel Aufsehen und so manch einer belächelte ihn dabei wohl ...?!

Ein Jahr später wurde er vom berühmten US-Filmemacher De la Varre zu Wasserschi-Film-Dreharbeiten eingeladen und dieser zeigte sich vom jungen Obersteirer derart beeindruckt, dass er dem Sport spontan einen neuen Namen "verpasste":  S K I J A K.

Ende der 40-er-Jahre wurde der Name erfunden: Strohmeier mit dem US-Filmemacher De La Varre und in seiner Produktionsstätte

Von 1950 bis 1970 widmete sich Strohmeier der Weiterentwicklung "seines" Sportes, bald stellte er die Skijaks aus leichterem und widerstandsfähigerem Kunststoff her und konnte sie mittels Anhänger einfacher transportieren.

"Harald Strohmeier in action" - auf der Enns im Gesäuse

Als Harald Strohmeier 1972 in den verdienten Ruhestand bei Böhler in Kapfenberg ging, konnte er sich (fast) ausschließlich seinem Hobby widmen und mit Hilfe seines Sohnes Helmut, der ebenfalls Student der Leobner Montanuni wurde, und den Experten der Kunststofftechnik an der Uni eine moderne Produktionsanlage bauen. So konnten Skijaks, Bindungen und Paddel rationeller, billiger und nach modernsten Erkenntnissen hergestellt werden.

 


 

Die moderne Skijak-Ära


Wir stießen 1980/81 zur (noch) bescheidenen "Skijak-Familie" und waren sofort fasziniert von Sport und "Pionier" Harald Strohmeier! Es war schon beeindruckend, wie er uns "neuen Spunden" mit seinen 70 Jahren in seiner "Gummi-Pumphose und mit seinem Steierhut voran fuhr und uns Enns, Salza usw. kennen lernen ließ. Noch 1988 - im Alter von 76 (!) Jahren - nahm er aktiv an der "Österreichischen Skijak-Meisterschaft" in Wildalpen an der Salza teil und ließ noch so manchen Jungen hinter sich. Und eines konnte auch die fortgeschrittene Technik samt Sicherheitsdenken nicht mehr ändern: Helmut Strohmeier bestritt auch seine letzten Skijakfahrten in legerer Freizeitkleidung und den Hut stets am Kopf !

Erste Gehversuche im Herbst 1981 am Trabochersee

Für alle, die Harald Strohmeier kennen lernten, war der Fanatismus, mit dem er seinen Skijaksport vorantrieb, ein Zeichen und zugleich Aufruf es ihm gleichzutun. Auch nach seinem 1. Schlaganfall im Jahre 1991, von dem er sich nur schwer erholte, galt sein einziges Denken den "Wasserski" und einer Weiterentwicklung. Bei einem der letzten Gespräche, das ich mit ihm führen durfte, erzählte er mir von seinen neuen Plänen - von kürzeren Skijaks für die Jugend, von schlankerer Bauweise, um die Wendigkeit zu erhöhen, von ... von ....von ...! Als ob es nie etwas anderes gegeben hätte, als ob er noch immer ein strammer "Junggebliebener" auf seinen Skijaks sei.

Erstes Wildwassererlbenis auf der Enns im Gesäuse bei Johnsbach ... unfreiwilliges Bad inklusive.

Und "jung geblieben" ist er! Bis an sein Lebensende. Junggeblieben in seinem Sport, in seinem Hobby, in seinem Denken und Leben - im "SEINEM" Skijaksport! Auch nachdem er gesundheitlich bedingt kaum mehr in der Öffentlichkeit zu sehen war, gab es nur Skijak.

Für uns, die wir das Glück und die Freude hatten, ein Stück gemeinsamen Weges mit Harald Strohmeier gehen zu können, war sein Dahinscheiden ein schwerer Verlust, aber auch ein klares Signal, als die "Erben" einer Sportidee diese auch entsprechend weiterzuführen und der Nachwelt zu vermitteln. Auch wenn in Zeiten der Massensportbewegungen und Wirtschafts-Rekord-Umsätze kaum Platz für "Außenseiter" bleiben wird, so wird es für uns den Skijaksport immer geben. Und mit ihm auch die Erinnerung an den "Sportkameraden & Pionier" Harald Strohmeier.

PS.: Wer mehr über Skijak und die aktive Möglichkeit, diesen Sport auszuüben, wissen bzw. sich informieren möchte, kann dies unter folgenden Kontakten tun:
•    ASK RB Trofaiach, Waldstraße 9, A – 8793 Trofaiach
•    www.skijak.at
•    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
•    0650/381-5-381


Skijak - was ist/sind das?

Eigentlich ganz einfach: Über Wasser gehen, zu wandern, zu laufen...je nachdem, wie intensiv man es betreiben will. Eines ist richtig! Etwas ausgefallen und nicht altäglich mutet die Sache schon an. Nicht allerdings in der Steiermark, speziell in Trofaiach, dem Standort des ältesten und größten Skijakklubs der Welt, wo die „Wassergeher“ zum gewohnten Bild der Gewässer gehören - vom tiefblauen Gebirgssee bis zum weißschäumenden Wildfluß.

Der Name „Skijak“ bedeutet die Kombination von „Ski“ und „Kajak“; das Kajak als Fortbewegung auf dem „flüssigen Element“ und der Ski als Ausdruck für die aufrechte, sportlich-elegante Körperhaltung dabei.

Was sind „Skijak“?

Es handelt sich um zwei geschlossene bootsförmige Schwimmkörper aus modernster Kunststofftechnik mit schuhähnlicher Sicherheitsbindung. Als Antrieb und Steuer dient ein langes Paddel - ähnlich dem Kajak. Unterschied allerdings, daß man nicht eingezwängt und - möglicherweise - mit „kaltem Hintern“ im Boot sitzt. Daß man durch die „Beinfreiheit“ besseren (Vor)Ausblick besitzt, kann ebenfalls ein Vorteil sein, sowie die Möglichkeit, eventuelle Hindernisse im Wasser notfalls mit der „Grätsche“ zu bewältigen. Und letztlich bleibt immer noch der problemlose Ausstieg in „Notsituationen“ bzw. die Verwendung des Skijaks als „Schwimmhilfe“.


Zu erlernen ist Skijak auf keinen Fall schwieriger als vergleichbare Sportarten und das Betätigungsfeld ist unbegrenzt. Hier eine kleine Auswahl: ... eine gemütliche Seewanderung als Abwechslung zum inaktiven Sonnenbaden am Strand ... eine Fahrt am tiefblauen Meer mit Erkundungstour um eine einsame Insel ... ein Ausflug in eine der faszinierenden Fluß-Auen ... oder durch die glasklaren Fluten eines Gebirgsflusses bzw. für den Geübten das sportliche Abenteuer einer Wildwasserbefahrung.



Ein Skijak trägt 130 kg und man hat an jedem Bein einen Bootskörper. Aus dem Wechselspiel von Be- und Entlasten entsteht ein Steigen, das verbunden mit dem Paddeleinsatz zu einer runden, kaum kräfteraubenden Gehbewegung führt. Hat man die Technik erst mal raus, sind auch längere Fahrten kein Problem mehr.



Die moderne Ära des SKIJAKSPORTES wurde 1980 an der Sportuniversität Graz eingeleitet, als im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit das Sportgerät einer breiteren Öffentlichkeit zugeführt wurde. Im Laufe der Modernisierung in puncto Herstellung und Ausstattung wurde Skijak Anfang der 80er Jahre auch in Deutschland, Schweiz, Niederlande, Schweden u.a. bekannt. Auch in die USA gabs Exporte.

Der älteste und größte Skijakverein Österreichs und Europas kommt aus Trofaiach, ca. 10 km nordwestlich von Leoben, und besteht seit Jahresbeginn 1984.

 


 

MURBEFAHRUNG - BEGINN EINER LEIDENSCHAFT UND GRUNDSTEINLEGUNG EINER TRADITION

1984  -  1. Abpaddeln auf der Mur zwischen St. Michael und Leoben

Für ASK-Klubobmann und Gründungsmitglied Robert Koch war es seit seinen ersten "Schritten am fließenden Wasser", die er im Oktober 1981 unter den Fittichen von "Skijak-Pionier" und Konstrukteur Harald Strohmeier auf Steiermarks Hauptfluß zwischen Göß und Leoben unternommen hatte, klar, dass Befahrungen der Mur zu einem wesentlichen Bestandteil des Paddelrepertoires der Skijaksportler werden müßte und werden würde - schon aus geografischen Gründen. War doch die Mur - neben dem Trabochersee - das am nähest liegende Wassersportrevier bzw. sogar das einzige paddelbare Fließgewässer in unmittelbarer Umgebung. Beide Gewässer hatten allerdings zu dieser Zeit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen - der Wasserverunreinigung bzw. Sichtbeeinträchtigung. War es allerdings am Trabochersee eine fehlende Planungmaßnahme - es fehlte das "Auffangbecken" für den viel Schwemmmaterial mitführenden Zufluß - so galt die Mur aufgrund fehlender Kläranlagen v.a. industrieller Abwässer als "größte Kloake Mitteleuropas".

Für die Wassersportler, die durch ihre bevorzugten Befahrungen von Wildwasser, wie Salza oder Enns, glasklares Wasser gewöhnt und "verwöhnt" waren, war die Befahrung der Mur speziell ab Fisching/Pölszufluß eine auch nicht ganz unriskante und wenig attraktive Aktion aufgrund fehlender Schwierigkeitsgrade. Doch Robert Koch betätigte sich schon damals als "Vordenker" und heimatverbundener Optimist und konnte gegen Ende des Jahres 1984 ein paar hart gesottene Kumpels aus dem Klub überzeugen, bei dieser ersten Befahrung zwischen St. Michael und Leoben mitzumachen.

Mit von der Partie bei dieser schon legendären Erstfahrungen bzw. dem „1. Offiziellen Abpaddeln“ des ASK Trofaiach auf der Mur bei leoben waren neben dem Klubobmann noch seine „Mitbegründer-Kollegen“ Werner Laure und Rupert Seitner auf dem ebenfalls schon legendären „Skijak-Tandem“ und die beiden Kajakfahrer Bertl Griesebner und Heinz Zulehner, ebenfalls in einem Tandem … allerdings sitzend. Schon in diesen Tagen waren also die „Sitzbootfahrer“ zu allerlei Schabernack an der Seite der „Stehbootfahrer“ bereit – ebenfalls ein Faktum, das den Klub schon bald zu beachtlicher Mitgliederstärke anwachsen ließ. Als Begleiter und Betreuer fungierte Reinhold Duda, dessen "Espresso-Treff" die Heimstätte des Vereins war.

Start zum "1. Anpaddeln des ASK" auf der Mur zwischen St. Michael und Leoben mit Skijaks (v.l.: Robert Koch, Werner Laure und Rupert Seitner) und Kajaks (siehe weiter oben: mit Bert Griesebner und Heinz Zulehner) - als Betreuer fungierte Reinhold Duda.

(Aus "Obersteirische Volkszeitung, 24.11.1984)

Aus der ASK-Klubchronik:


 

BEGINN EINER JAHRZEHNTE LANGEN VERBUNDENHEIT

1987  -  1. ASK-Sommerausflug auf der Möll zwischen Putschall - Obervellach - Kolbnitz

Am Anfang war die Idee und am Anfang waren alle Feuer und Flamme für einen "Sommerausflug" in den Westen unseres Landes mit Befahrungen der Flüsse, Möll, Isel, Drau und Inn ... aber es kam ganz anders. Dafür waren 3 Dinge ausschlaggebend:

1. waren nach anfänglicher Euphorie nur 2 Paddler übrig geblieben, die sich nach erster Anmeldeflut auch wirklich beteiligten ...

2. spielte das Wetter etwas verrückt und es folgte nach vorerst tollem Sommerwetter eine der zahllosen Regenfluten des Landes ...

und 3. fanden die beiden Kanuten in Obervellach ein Camp mit kameradschaftlichem Anschluss, das sie für den Rest der Woche bleiben ließ ...

Der Beginn einer Geschichte mit echten Freunden und ständiger Wiederkehr!

Hier die Chronik von damals (Aus: ASK-Klubchronik 1987):

 


WENN DER VATER MIT DEN SÖHNEN …

2006  -  Trofaiachs „Skijak-Pionier“ Robert Koch feierte 25-jähriges Jubiläum

Es war der 15. Oktober 1981, als der damalige Sportstudent Robert Koch mit dem Skijak-Erfinder Harald Strohmeier und anderen Sportkollegen zur ersten Wildwasserfahrt auf „den Skiern, die schwimmen können“, aufbrachen. Schauplatz war die Enns im Gesäuse zwischen Johnsbach und Gstatterboden und „ehrlich gesagt, wir wussten nicht so recht, wie die Sache ausgehen würde!“, war der ehrliche Kommentar des angehenden „Skijakkers“.

In den Jahren danach ging die Entwicklung des Sportes mit Gründung von Vereinen im In- und Ausland steil bergauf, der Export des original steirischen Sportgerätes schaffte es bis Amerika, Südafrika und viele europäische Staaten und die Skijaksportler gehörten zum Bild der heimischen Gewässer wie Kajak, Kanu oder Schlauchboot.

Der älteste Skijakverein der Welt existiert mit dem ASK Raiffeisenbank Trofaiach in unserer Heimat und Obmann und Gründer Koch und seine Paddlerkollegen halten inzwischen alleine die „Skijak-Fahne“ und Erinnerung an den 1995 verstorbenen Kapfenberger Erfinder hoch.

Genau 25 Jahre danach und auf genau derselben Strecke ging diese Reminiszenz nun eine Generation weiter. „Jubilar“ Robert Koch befuhr die für damalige Verhältnisse relativ schwierige Strecke diesmal im herbstlichen Licht gemeinsam mit seinen Söhnen Alexander (21) und Niki (18) und genoss die Befahrung dank moderner Ausrüstung und gewachsener Technik samt Erinnerungen an die Premiere. „Wir wurden damals noch wie Exoten betrachtet und alle glaubten, wir würden hoffnungslos absaufen.“

„Abgesoffen“ war der Trofaiacher damals allerdings schon, denn so wie einige seiner Kollegen endete die Befahrung mit einem unfreiwilligen Bad in den Fluten, wie des Öfteren in der Zukunft, als man die heimischen Flüsse, wie Salza, Mur, Mürz, Erlauf, Steyr, Möll, Lieser, Schwarza etc. erkundete.

Die Liebe zu ihrem Sport führte den Trofaiacher Skijaksportler aber nicht nur in ganz Österreich herum, sondern bot auch die Gelegenheit, Urlaub in Europa mit sportlicher Ausübung zu verbinden. So standen Reisen nach Schweden, Holland, Frankreich, Griechenland, Italien, Tschechien, Deutschland oder Slowenien auf dem Programm und 1983 machten 5 Trofaiacher auch bei der berühmten „Ärmelkanal-Skijakregatta“ mit, die der gebürtige Trofaiacher Heinz Kaltenegger als 2. beendete.

Die Entwicklung des Skijaksportes hat mit dem Tod des Kapfenberger Strohmeier und der Einstellung der Produktion in letzter Zeit einen Einbruch erlitten, für die ambitionierten Trofaiacher Paddler und Koch insbesondere, der mehr „als sportlich gesehen sein halbes Leben mit den Skijaks verbracht hat“, ist das aber kein Grund, die Sportgeräte an die Wand zu stellen. „Man genießt es dann noch mehr, wenn man nicht mehr soviel Zeit hat. Eine Skijakfahrt und das Naturerlebnis gehören zu den aufbauenden und gleichzeitig beruhigenden Erlebnissen und stellen den idealen Ausgleich zur immer schnelllebiger und hektischer werdenden Zeit dar!“

Dass der Skijaksport und das Vereinsleben im ASK stets auch auf die ganze Familie ausgerichtet waren, spiegelt sich in den Mitgliederzahlen wider, denn nahezu die Hälfte davon sind Familienmitglieder und ein Viertel jünger als 25. Und auch Sportlehrer und „Allrounder“ Koch führte seine Sprösslinge schon früh zum Wassersport, denn bereits ab 10 Jahren waren Alex und Nick mit Skijaks unterwegs und nahmen mit 15 Jahren an Wildwasserbefahrungen teil. Der damals noch 17-jährige Nick schaffte bei den Österreichischen Meisterschaften 2005 dann sogar schon den Sprung aufs „Stockerl“ in der Allg. Klasse und so sind seit einigen Jahren bereits technisch schwierige Befahrungen in der Familie möglich.

Mit sichtlichem Stolz schaffte das Trio die Strecke an der Enns ohne größere Probleme, um anschließend beim gemütlichen Zusammensitzen in Erinnerungen und Geschichten von damals zu schwelgen. Und irgendwie war Rührung zu spüren bei den abschließenden Worten: „Der Mensch lebt weiter in seinen Taten … oder in seinen Kindern.“

Weitere Skijak-Bilder finden Sie in unserem Flickr-Skijak-Album.

 

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